Valentin Zwitter hat dieses Thema erstellt am 29.04.2009 um 14:25 Uhr

Martin Valentin Stocker ist 1977 in Lienz geboren. Nach einer sehr unmusikalischen Jugend hat er mit 11 ein lyrisches “Damaskusereignis” und beginnt sich mit der Musik seiner Heimat und der Komposition des 20. Jhts. im Defreggental zu beschäftigen.
Von 1994 bis 2003 studiert er Tonsatz bei Prof. Sepp Unterwurzacher, dem Stocker den unverwechselbaren Stil zu verdanken hat. Die Tonsprache Stockers ist klar, direkt und „präzise“ (Zitat Stocker).
Die Beschäftigung mit der Chormusik seit 2005 stellt einen entscheidenden Einschnitt in Stockers Schaffen dar. Besonders erwähnen sollte man die genderspezifischen Kompositionen die auf die Rolle des Chorsängers besonders eingehen. (z. B. rasn rosn für gemischten Männerchor STWV 12, 2007).

Barbara Moser schrieb am 02.05.2009 um 20:47 Uhr

Stocker ist genial! Ich persönlich bevorzuge ja die späteren Werke Stockers. Hierbei sind die Einflüsse seines Lehrers Unterwurzacher nicht mehr so charakteristisch hörbar.
“rasn rosn” ist …natürlich genial, aber er hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt, hin zu einer wahnsinnig aussagekräftigen Mischung aus klarer Melodiesprache und präziser Klangsymbolik. Die Klangfarben seiner Werke sind Spiegelungen des Erfahrungsschatzes seines aufregenden Lebens. Stocker ist absolut hörenswert.

Claudia Mautner schrieb am 07.05.2009 um 01:34 Uhr

Ich kenne Martin V. Stocker aus Studienzeiten in Stuttgart und habe bereits einige seiner grandiosen Werke aufgeführt. Unter anderem auch “lasi et ori”! Ein sehr konvenables Werk, man merkt, dass es eines seiner archaischen Werke war. Nichts desto trotz ist es harmonisch interessant, die polyphonen Klangfarben konvenieren auf außergewöhnliche Weise, allerdings partizipieren die Ducti der Einzelstimmen in der fugativ ausgeführten Exposition nicht mit der stilistisch strikten kontrapunktischen Komponierweise seines Lehrers.

Barbara Moser schrieb am 07.05.2009 um 14:10 Uhr

Da muss ich dir leider widersprechen. Seine außergewöhnliche Tonsprache weicht natürlich von der seines Lehrers ab, diachron hat er ja auch keine andere Wahl, als sich weiter zu entwickeln.
Ich finde aber, dass die Einzelstimmen a priori figurativ so arrangiert sind, dass sie in der fugierten Durchführung nur noch zusätzlich die Komplexität der polyphonen Partien augmentieren.
Um dies zu verhindern, hätte sich Stocker zwar am strikten Stil Unterwurzachers orientieren können, doch scheint es, als ob er mittlerweile seinen eigenen Stil etabliert hätte. Interessant ist auch sein neuestes Werk, das er “Hendiadyoin” genannt hat, mit dem Untertitel: “bibere appotus” STWV 67, 2009).

Martin Stocker schrieb am 13.05.2009 um 11:49 Uhr

Grias enk! I bins da Martin. Zu den ausgezeichneten Analysen sei nur hinzugefügt, dass i am liebsten den C-Dur Akkord mag. Und für die Soli die dicke e-saite. Die is einfach stabiler als die dünne. Den Sepp seh ich erst wieder beim Almabtrieb im Herbst, da bringt er mir dann hoffentlich den Melkeimer wieder. Den kann man auf den Kopf stellen und super drauf trommeln.
Ich bin seit gestern wieder zurück aus Frankreich und gerade dabei, meine Eindrücke in Form eines provenzalisch-tirolischen Urschreis in F-Dur zu verarbeiten.
Zum Jubiläum kann i leider leider nit kommen. Aber spätestens im Herbst werd ich wieder unüberhörbar in euren Reihen stehen. Freu mich!

12.10.2010:

Neues Werk von Martin Valentin Stocker!


Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!